Gründung Sparr-Cassa Elgg
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gründeten «geistig hochstehende Männer» gemeinnützige Gesellschaften und lokale Lesegesellschaften, welche sich der «Förderung der Volksveredlung» und der «Hebung des Volkswohlstandes» verschrieben. Offenbar waren diese geistig hochstehenden Männer auch in Elgg heimisch. Jedenfalls gab es auch dort eine Lesegesellschaft, «die Träger fortschrittlichen Gedankengutes war» und den «Anstoss zur Errichtung eines solch gemeinnützigen Instituts in der Gemeinde» gab. So fand es sich, dass 1851 «17 gemeinnützig gesinnte, aufopferungsfreudige Männer» aus Elgg und Umgebung die «Gründung einer Sparr-Cassa für die Kirchgemeinde Elgg» beschlossen.

Auszug erste Statuten der «Ersparrungscassa der Kirchgemeinde Elgg» von 1851. Quelle: Archiv ZLB
Gründung der Filialersparungskasse Elsau
Mitte 19. Jahrhundert wurde «in enger Beziehung zur Ersparungskasse Winterthur» mit der «Filialersparungskasse Elsau» die zweite Bank gegründet, welche rund ein Jahrhundert später Teil der ZLB werden sollte. Das Eingehen der Ersparungskasse Winterthur führte 1868 zur Gründung der selbständigen Sparkasse, Sparkassengesellschaft Elsau AG.

Vorderseite Jahresrechnung der «Sparkasse Elsau» von 1896-1867. Quelle: Archiv ZLB
Feuerbrunst Elgg
23 Jahre später wurde Elgg zweimal von einer folgenschweren Feuersbrunst heimgesucht. 57 Wohnhäuser, 54 Scheunen und mehrere Werkstätten sanken in Asche. Die ganze westliche Dorfhälfte bis zur Kirche und zum Untertor war 1876 ein Trümmerhaufen. In dieser Not wirkte sich die Existenz einer eigenen Sparkasse vorteilhaft aus. Eine grosse Zahl an Sparheften wurde zwar zerstört, doch das Geld wurde feuersicher aufbewahrt. Diese Tatsache hat seither wohl schon manchen dazu bewogen, seine Ersparnisse der Sparkasse Elgg anzuvertrauen

Elgg nach Brand 1876. Quelle: Archiv Elgger / Aadorfer Zeitung
Gründung Viehleihkasse Rickenbach durch den Vorstand der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Rickenbach
1905 wurde mit der Viehleihkasse Rickenbach die dritte Bank im Bunde der ZLB gegründet. Anstoss zu deren Gründung gab wohl, dass sich die Gemeinden von ihrer Tätigkeit als Darlehensgeberinnen zurückzogen, die Bauern sich jedoch nicht an eine städtische Bank wenden wollten.
Gründung Sparr-Cassa Elgg
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gründeten «geistig hochstehende Männer» gemeinnützige Gesellschaften und lokale Lesegesellschaften, welche sich der «Förderung der Volksveredlung» und der «Hebung des Volkswohlstandes» verschrieben. Offenbar waren diese geistig hochstehenden Männer auch in Elgg heimisch. Jedenfalls gab es auch dort eine Lesegesellschaft, «die Träger fortschrittlichen Gedankengutes war» und den «Anstoss zur Errichtung eines solch gemeinnützigen Instituts in der Gemeinde» gab. So fand es sich, dass 1851 «17 gemeinnützig gesinnte, aufopferungsfreudige Männer» aus Elgg und Umgebung die «Gründung einer Sparr-Cassa für die Kirchgemeinde Elgg» beschlossen.
Eröffnung einer Einnehmerei in Schlatt und Schaffung einer Verwaltungsstelle im Hauptamt
1907 eröffnete die Sparkasse Elgg eine Einnehmerei in Schlatt. Dadurch sollten die Ersparnisse der Einwohner (und wohl auch Einwohnerinnen) in die Sparkasse Elgg geleitet werden. Auch für Hagenbuch und Gundetswil-Bertschikon wurde der Betrieb von Einnehmereien diskutiert, jedoch nie umgesetzt. Im selben Jahr kamen die leitenden Organe zur Überzeugung, „dass der Verwalterposten der Sparkasse [Elgg] die Kräfte eines Mannes vollauf in Anspruch nehmen und daher der künftige Verwalter sich ausschliesslich der Anstalt widmen müsse“. Die ab 1907 in die Anstalt gesteckten Kräfte des ersten Verwalters im Hauptamt wurden ab 1911 um die Kräfte eines Lehrlings ergänzt. «Bei zufriedenstellenden Leistungen gewähren die Lehrherren dem Lehrling vom ersten Mai 1911 (elf) an, eine monatliche Vergütung bezw. Gratifikation von Fr. 40».

Auszug erster Lehrvertrag Sparkasse Elgg von 1911. Quelle: Archiv ZLB
Zusammenbrüche verschiedener Landbanken
Nachdem um das Jahr 1910 verschiedene Landbanken eingegangen waren, rief die Sparkasse Elgg mit zwölf weiteren Gründungsmitgliedern 1913 den Revisionsverband zürcherischer Spar- und Leihkassen ins Leben. Das Volk stimmte zudem dem kantonalen Sparkassengesetz zu, welches die Sparkassen unter staatliche Aufsicht stellte. Die sich selbst und von aussen auferlegten Auflagen konnte die Sparkasse Elgg offenbar erfüllen, denn 1915 erteilte ihr der Regierungsrat die Bewilligung zur Weiterführung des Geschäftsbetriebes.
Umbau und Wiedereinzug in Krone und Tresorfächer
Mit dem Umbau der Krone 1923/24 wurden auch die Räume der Sparkasse Elgg renoviert. «Dort hatte auch ein neuer Kassenschrank, ausgestattet mit den modernsten Errungenschaften der Technik […], Aufstellung gefunden». Mit dem Kassenschrank konnte eine neue Dienstleistung angeboten werden: Fortan wurden Tresorfächer vermietet, was beim «Publikum bald Anklang fand».

Sparkasse Elgg am Kronenplatz um 1929. Quelle: Archiv Elgger / Aadorfer Zeitung
Erster kaufmännischer Angestellter
Bis 1929 nahm durch die «Ausdehnung des Geschäftsbetriebes die Arbeitslast» des Verwalters der Sparkasse Elgg scheinbar so stark zu, dass «dessen Gesundheitszustand oft zu wünschen übrig liess». Um dem entgegenzuwirken, stellte die Verwaltungskommission dem Verwalter ab 1930 «einen kaufmännisch geschulten Angestellten» zur Seite. Aus den 120 Bewerbern wurde Oskar Schmid ausgewählt, der später, nämlich von 1938 bis 1971, selbst als Verwalter amten sollte.
Abwertung des Schweizer Frankens
1936 beschloss der Bundesrat, mit Blick auf die verabschiedeten Währungsmassnahmen verschiedener Länder, eine Abwertung des Schweizer Frankens um rund 30 % und schuf damit . Klagte die Sparkasse bisher über ungenügenden Geldeingang, «verwandelte sich der Geldmangel nun plötzlich in einen Geldüberfluss, der ihr bis zum Zeitpunkt gänzlicher Abtragung der Bankschulden recht willkommen war». Abgesehen vom Abtragen der Bankschulden dürfte dieses wohl auch für der Sparkassen Elsau und Rickenbach gegolten haben.
Zweiter Weltkrieg
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 hatte «auch der Verwalter [der Sparkasse Elgg] verschiedene Male Aktivdienst zu leisten». Während dessen Abwesenheiten «erledigten jeweilen die beiden Lehrlinge in durchaus befriedigender Weise […] die Geschäfte der Sparkasse». In diesem Kontext interessant: «Die Wertschriften inklusive der freien Depots der Sparkasse Elgg wurden auf Geheiss des schweizerischen Generalstabes 1940 in die Innerschweiz übersiedelt».5 (Keine Sorge, heute sind sie wieder bei uns bzw. digital verwahrt.)
Gründung der Spar- und Leihkasse Rickenbach
1952 realisierte die Eidgenössische Bankenkommission, dass ihr die enge Verknüpfung zwischen der Viehleihkasse Rickenbach und der Landwirtschaftlichen Genossenschaft auf dem Magen liegt und verlangte, gestützt auf das Bundegesetz über die Banken und Sparkassen von 1934 deren Trennung. Diese Verfügung darf wohl als Anlass für die Gründung der Spar- und Leihkasse Rickenbach 1952 verstanden werden.
Bezug des neuen Gebäudes am Lindenplatz in Elgg
«Im Dezember 1970 konnte der Neubau auf dem Lindenplatz bezogen werden, und damit war die Sparkasse erstmals unter eigenem Dach zu Hause.»

Sparkasse Elgg am Lindenplatz 1970. Quelle: Archiv Elgger / Aadorfer Zeitung
Installation erster Bankomat Elgg
Im Herbst 1980 wurde am Lindenplatz der erste Bankomat der Sparkasse Elgg installiert, «der zur weiteren Belebung des Geschäftes massgeblich beitrug». Mit der Installation des NCR 770 avancierte die Sparkasse zur ersten Bank im Bezirk Winterthur mit automatischem Bankschalter. «Im Jahre 1987 folgten dann bereits die zweite Generation mit der Möglichkeit, auch die gesamtschweizerische Bancomat-Karte zu verwenden».
Agentur Hagenbuch
1988 eröffnete die Sparkasse Elgg in Hagenbuch ihre erste und einzige Agentur. «Mit Gertrud Rösli [richtig: eine Frau!] übernahm eine langjährige Angestellte die Führung dieser Zweigstelle, die sich in der Folge kontinuierlich entwickelte». Die Agentur blieb auch nach der Fusion (vgl. nächster Meilenstein) bestehen und wurde erst mit der Pensionierung von Frau Rösli 2004 geschlossen.

Niederlassung Hagenbuch 2004. Quelle: Archiv ZLB
Fusion zur ZLB
«Die Geschichte [der Fusion] nahm ihren Anfang am 15. April 1991, als die Präsidenten der Sparkassen Elgg, Elsau, Rickenbach und Wiesendangen an einer Präsidenten-Sitzung beschlossen, den Bankleitern folgenden Auftrag zu erteilen: Bis 15. September 1991 ist ein Papier mit konkreten Vorschlägen für eine künftige Zusammenarbeit zu entwickeln und vorzustellen.»
Als Argumente für den Zusammenschluss führte der damalige Verwaltungsratspräsident an, die Gemeinsamkeiten der drei Banken, die Vergrösserung der Leistungsfähigkeit gegenüber den Kunden, die Stärkung des Marktauftrittes, eine günstigere Kostenstruktur, der bessere Einsatz von Mitarbeitenden und die Stärkung der Eigenkapitalbasis. Offenbar verfingen die Argumente und so beschlossen die Eigentümer der Sparkasse Elgg (Bilanzsumme: CHF 227 Mio.), der Spar- und Leihkasse Rickenbach (Bilanzsumme: CHF 54 Mio.) und der Sparkasse Elsau (Bilanzsumme: CHF 29 Mio.) 1994 zur Zürcher Landbank AG zu fusionieren.

Titelblatt Fusionsbroschüre 1993. Quelle: Archiv ZLB
Einführung IBIS
1998 führte die ZLB eine neue, moderne EDV-Plattform ein, die auch als Kommunikationsmittel zwischen Kunde und Bank benutzt werden konnte. Mittels eigenem NetBanking – ja, die ZLB hat seit 1998 eine Art E-Banking – konnten Kundinnen und Kunden der Bank bequem von zu Hause aus Zahlungsaufträge abwickeln und die eigenen Konto- und Depotbestände abfragen. Da soll eine/r nochmals behaupten, wir seien nicht «hightech»!
Swissair -Grounding
Im Zusammenhang mit dem Swissair-Groundig muss die ZLB 2002 erstmals einen Verlust im eigenen Obligationen-Portefeuille abschreiben.
Neftenbach
Die ZLB nimmt im Januar 2012 den Betrieb im Bürocontainer in Neftenbach auf. Im August kommt ein zweiter Bürocontainer hinzu und im September 2013 erfolgt die feierliche Eröffnung der vollendeten/fertiggestellten Niederlassung in Neftenbach.

Provisorium Niederlassung Neftenbach 2010. Quelle: Archiv ZLB
Clientis 2
Mit der erfolgreichen Migration ihrer Informatik Plattform ins Netzwerk der Clientis AG im Sommer 2023 geht eine längere Odyssee von zahlreichen wechselnden Partnerschaften innerhalb von sechs Jahren zu Ende. Gemeinsam mit den 14 Clientis Banken und den 6 – wie die ZLB – unabhängigen Plattform-Banken blickt die ZLB optimistisch in die Zukunft.